Projekt „DeCarB“

Verkehrslandesrat Schuschnig lud zu offizieller Abschlussveranstaltung in den Spiegelsaal – Erste Wasserstoff-Busflotte Österreichs im Einsatz – Ehrenurkunden des Landes an Projektpartner verliehen.
abschlussveranstaltung decarb im spiegelsaal mit lr sebastian schuschnig foto lpd kaernten handler 3

Kärnten wird zur Modellregion für Wasserstoffmobilität

KLAGENFURT. Im Rahmen des Projektes „DeCarB“ – ein innovatives Vorhaben des Landes Kärnten zur Dekarbonisierung des Öffentlichen Verkehrs mithilfe von Wasserstofftechnologie – hat Verkehrslandesrat Sebastian Schuschnig heute, Montag, zu einer feierlichen Abschlussveranstaltung in den Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung geladen. Schuschnig zog gemeinsam mit den Projektpartnern Bilanz und zeichnete jene Persönlichkeiten aus, die mit ihrem Einsatz maßgeblich an der Umsetzung des Projekts beteiligt waren. Einen fachlichen Ausblick auf die Rolle von Wasserstoff bei der Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs gab Peter Wiesinger von den Wiener Linien.

„Seit mehr als sechs Jahren arbeiten wir daran, Kärnten zu einer Wasserstoff-Modellregion zu machen. Genauso lange begleitet uns die Vision die Dekarbonisierung des Öffentlichen Verkehrs durch innovative Wasserstofftechnologie voranzutreiben. Es ist nicht übertrieben, zu sagen, dass das Projekt ‚DeCarB‘ eine Achterbahnfahrt war. Und es zeigt, dass man bei Innovationen auch den Mut haben muss, bei Rückschlägen nicht aufzugeben“, führte Schuschnig aus. Mit voller Motivation und Ambition sei man 2020 in das Vorläuferprojekt „H2Carinthia“ gestartet und habe im Oktober 2022 auch den ersten Wasserstoffbus in Empfang nehmen können. Dann der Projektstopp und Neustart 2024. „In Rekordtempo haben wir das Projekt ‚DeCarB‘ aus der Taufe gehoben. Mit starken und verlässlichen Partnern“, so der Landesrat. Heute zeige sich, dass sich dieser Einsatz gelohnt habe. „Es freut mich, dass neben der Errichtung der Elektrolyseanlage in Arnoldstein und der Betankungsinfrastruktur in Villach nun mit Ende Mai alle Busse geliefert wurden und sukzessive planmäßig in den Regelbetrieb übernommen werden können“, so Schuschnig. Insgesamt werden 35 wasserstoffbetriebene Busse in der Region Villach-Umland unterwegs sein und jährlich rund zwei Millionen Angebotskilometer leisten. Dadurch wird der Regionalverkehr um Villach vollständig dekarbonisiert und pro Jahr an die 700.000 Liter Diesel eingespart.

Mit ‚DeCarB‘ ist es dem Land Kärnten gelungen, ein österreichweit einzigartiges Vorzeigeprojekt umzusetzen. Kärnten positioniert sich damit nicht nur als Standort für innovative Mobilitätslösungen, sondern auch als Forschungs- und Entwicklungsregion. In den kommenden Jahren wird das Projekt wissenschaftlich begleitet und umfassend evaluiert. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, den Einsatz von Wasserstoff im öffentlichen Verkehr weiterzuentwickeln und anderen Regionen als Grundlage für ähnliche Vorhaben dienen. Schuschnig: „Kärnten kann sich durch DeCarB mit Fug und Recht als Innovationsstandort für Wasserstoffmobilität und Kreislaufwirtschaft bezeichnen. Eine Verkehrsregion wird damit zugleich zu einer Forschungsregion. Durch das begleitende Monitoring gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse über die Praxistauglichkeit dieser Technologie und leisten einen wichtigen Forschungs- und Entwicklungsbeitrag im Bereich zukünftiger Antriebssysteme.“ Außerdem sei das Projekt auch von großer wirtschaftlicher Bedeutung. „Es ist uns gelungen 28 Millionen Euro EU- und Bundesförderungen nach Kärnten zu holen. Insgesamt fließen bis 2034 rund 40 Millionen Euro in das Projekt. Das sind wertvolle Investitionen in den Standort, die unsere Wettbewerbsfähigkeit und die heimische Innovationskraft stärken.“

Die erfolgreiche Umsetzung des Projektes sei zugleich ein Beleg dafür, dass Innovation nur durch Zusammenarbeit gelingen könne. Die Wasserstoffwirtschaft sei ein hochdynamischer Zukunftsbereich, der Mut, Risikobereitschaft und Durchhaltevermögen erfordere. „Umso wichtiger sind starke Partner, die bereit sind, neue Wege zu gehen. Mein aufrichtiger Dank gilt der Kelag, dem Postbus, Gutmann, Wolftank, dem Verkehrsverbund Kärnten und HyCentA für die gemeinsame Pionierarbeit. Ohne ihr Engagement wäre ein Projekt dieser Größenordnung nicht möglich gewesen“, so der Landesrat.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden Ehrenurkunden des Landes Kärnten an jene Personen verliehen, die durch ihren Einsatz wesentlich zum Erfolg des Projekts beigetragen haben. Ehrenurkunden erhielten:

Kelag:
Christian Wallner
Horst van Nieuwenhuyse
Rudolf Wagner

Österreichische Postbus AG:
Philip Poller
Ewald Koller
Roland Schretthauser
Team der Postbus-Werkstatt Villach (stellvertretend: Alfred Loidl)
Team der Postbus-Verkehrsstelle Villach (stellvertretend: Jürgen Rohde)

Gutmann GmbH / Wolftank-Gruppe:
Alexander Scheiring
Clemens Lantschner
Markus Lechthaler

HyCentA Research GmbH:
Michael Richter
Martin Sagmeister

Verkehrsverbund Kärnten:
Gabriele Reichmann
Albert Kreiner

Rückfragehinweis: Büro LR Schuschnig
Redaktion: Stephan Habich / Versand: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD Kärnten/Handler

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